Familie und Karriere zugleich ist heute noch nach wie vor schwierig unter einen Hut zu bekommen. Dank neuen Arbeitsmodellen, die Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten bieten, kommen wir der Sache allerdings einen Schritt näher. Daher möchten wir Euch heute einen Vater im Interview vorstellen, der bereits vom Umbruch unserer Arbeitswelt, hin zu New Work, profitiert. Daniel hat zwei Söhne, arbeitet Vollzeit und schafft es trotzdem ausreichend Zeit mit seinen Kids zu verbringen. Um den Dialog zum Thema moderne Arbeitsformen anzuregen und die Transformation voranzutreiben, haben wir uns Daniel mal vor das Mikrofon geholt.
Hier sind die zehn Fragen an DANIEL LEVITAN:

1. Lieber Daniel, bitte stelle Dich kurz vor.

Hi, ich bin Daniel, verheiratet, Vater zweier Jungs und seit fast acht Jahren Online Marketer. Ich bin wahrscheinlich einer der letzten in Berlin geborenen und in Berlin beschäftigten Menschen auf diesem Planeten und dann auch noch Hertha-Fan. Der Nerd in mir liebt Comics von Marvel und DC und hat sich seinen rechten Oberarm mit Batman, Spider-Man, Hulk und Co. mit Tattoos verzieren lassen.

2. Du hast mit Deiner Frau einen Cupcake-Laden eröffnet. Wie seid Ihr darauf gekommen und wie hat sich der Laden bis heute entwickelt?

Meine Frau, eine studierte Religionswissenschaftlerin, bekam von einem Arbeitskollegen ein Kochbuch von Martha Stewart geschenkt. Sie hat dann schnell damit angefangen, die Cupcakes aus dem Buch zu backen und von einem eigenen Cupcakeladen zu träumen. Damals hat sie von einem Frozen Yogurt Laden geschwärmt, den sie mir unbedingt mal zeigen wollte. Wir sind da hingegangen, und haben uns jedes Detail genau angeschaut. Das haben die beiden Besitzerinnen natürlich gemerkt und uns gefragt, warum wir denn den Laden so anstarren. Wir haben ihnen von unserem Cupcake-Traum erzählt, und sie fragten uns direkt, ob wir sie nicht mit Cupcakes beliefern könnten – und wir waren plötzlich im Business!

Der nächste Schritt war ein Marktstand auf dem Winterfeldmarkt und dann die Eröffnung des Cupcakeladens im Dezember 2012. Damals stand meine Frau noch alleine im Laden, während ich meinem ersten Job nach dem Studium als Marketing Manager nachging – heute beschäftigt meine Frau 14 Angestellte.

3. Viele Männer können sich eine berufliche Zusammenarbeit mit ihrer Frau kaum vorstellen. Wie habt Ihr als Team funktioniert?

Wir funktionieren so gut, denke ich, weil wir die Themen sehr strikt aufteilen nach Interessen. Ich finde Cupcakes toll, interessiere mich aber nicht für die Rezepte oder welche tollen Sorten man noch ins Sortiment aufnehmen könnte. Meine Frau hingegen findet alles rund um Marketing und Finanzen total unspannend. So hat jeder sein Interessengebiet und wir kommen uns kaum in die Quere.

4. Du arbeitest inzwischen bei Eventbrite. Was waren Deine Kriterien bei der Entscheidung für Eventbrite?

Zu Eventbrite bin ich während meiner ersten Elternzeit gewechselt. In den Gesprächen mit Mitarbeitern von Eventbrite wurde mir schnell klar, dass ich mit Experten aus allen möglichen Fachgebieten und Weltregionen arbeiten würde, und ich von ihnen noch viel lernen kann. Bei myDealZ (meinem vorherigen Arbeitgeber) hatte ich eine unfassbar tolle Zeit, nur musste ich mir als erster Mitarbeiter im Marketing vieles selber beibringen, und ich wollte unbedingt meinen Wissenshunger stillen. Diese Chance sah – und sehe ich immer noch – bei Eventbrite.

5. Glaubst Du, dass man auch mit flexiblen Arbeitszeiten Karriere machen kann?

Auf jeden Fall! Ich denke nicht, dass jemand, der einfach nur vor seinem Monitor sitzt, weil das jeder tut, automatisch einen guten Job macht. Flexible Arbeitszeiten, aber auch Work-from-Home, können viel effizienter sein als ein einfaches 9 to 5 Arbeiten. Letzten Endes sollte man daran gemessen werden, ob man gute Ergebnisse für das Unternehmen und für sich erzielt hat – und nicht darum, wie lange jemand am Arbeitsplatz saß.

6. Wie unterstützt Eventbrite Dich in Sachen Flexibilität und wie reagieren die Kollegen?

Bei Eventbrite ist es überhaupt kein Problem, mal von zuhause zu arbeiten, weil eines meiner Kinder krank ist, oder wenn ich die Kinder von der Kita abholen muss und deswegen etwas früher gehe. Ich habe auch nicht das Gefühl, das dann jedes Mal begründen zu müssen. Natürlich verstehen es nicht alle Kollegen, wenn ich schon wieder von zuhause arbeiten muss, oder dass Elternzeit keine Urlaubszeit ist (Eltern von jungen Kindern wissen ganz genau, was ich meine).

7. Gibt es etwas in Deinem Alltag, was Du noch familienfreundlicher gestalten würdest?

Es wäre großartig, wenn Eventbrite die Zeitverschiebung aufheben könnte. Wir sind ein U.S.-Unternehmen mit Sitz in San Francisco, und die Kollegen sind 8-9 Stunden später dran. Da kommt es natürlich schon mal vor, dass ich einen Call nach sechs Uhr abends habe, also wenn die amerikanischen Kollegen gerade anfangen, zu arbeiten. Kann also vorkommen, dass ich dann in den Abend reinarbeite. Aber ganz ehrlich: Wenn mein Arbeitgeber mir so viel Flexibilität mit meinen Arbeitszeiten entgegenbringt, dann bin ich natürlich auch bereit, meinerseits flexibler zu sein.

8. Wie hat die Geburt Deiner Söhne Deinen Blick auf die Welt verändert?

DIe Geburt hat alles auf den Kopf gestellt. Man lernt einfachste Dinge zu schätzen: In Ruhe Duschen! Man lernt auch schnell zu essen, weil dafür kaum Zeit ist. Man schafft es auch auf Dauer mit nur zwei Stunden Schlaf am Tag zu überleben. Aber natürlich verändert es nicht nur das: Man wechselt komplett die Sichtweise auf die Welt. Jede Handlung wird von dem Gedanken getragen “Ich habe Kinder”. Man fährt nicht mehr ohne Fahrradhelm, auch wenn man damit vielleicht doof aussieht, denn man hat Kinder und es darf einem nix passieren.

9. Wie gut lebt es sich mit zwei kleinen Kindern in der Hauptstadt?

Berlin ist und bleibt meine Traumstadt, auch mit Kindern. Natürlich stellt man sich auch manchmal ein Haus mit Garten vor, was in Berlin ja nicht unbedingt so einfach machbar wäre. Egal wo man mit den Kindern hingeht, man kann sich immer sicher sein einen Coffee-2-Go zu bekommen. Gerade hier in Schöneberg gibt es viele Spielplätze und andere Eltern mit denen man sich austauschen kann.

Daniel Levitan

10. Welche Lieder singst Du zum Einschlafen vor?

Ich bin tatsächlich nicht der beste Sänger, aber dafür erzähle ich die langweiligsten Einschlafgeschichten. Zum Beispiel, wenn wir zusammen Treppenstufen zählen – meistens ist dann bei 57 Schluss und mein Sohn schläft vor Langeweile ein.

Lieber Daniel, vielen Dank für die spannenden Einblicke in Deinen Familienalltag. Wir wünschen Deiner Familie und Dir weiterhin beruflich und privat alles Gute. Wir gehen uns jetzt Cupcakes kaufen… 😉

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