Irgendwann ist es soweit! Das Kind hat Läuse. Gerne mal aus der Kita mitgebracht, können die kleinen Biester ganz schön unangenehm sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Blutsauger zu bekämpfen und es gibt viele Mythen, die sich um den Lausbefall drehen. Nicht in Panik verfallen, den Artikel lesen und dann ran an die Buletten!

Wer jetzt denkt, das sich beim Lausbefall hunderte der kleinen Blutsauger auf dem Kopf des Kindes tummeln, der ist schief gewickelt. In unseren Gefilden sind bei 80 Prozent der Erkrankungen weniger als zehn Läuse pro Kopf vorhanden. Kopflausbefall tritt meistens in Form von Kleinepidemien in betreuten Einrichtungen, Kindergärten oder Schulen auf. Dann sind gerne mal 30 Prozent der Kinder in einer Einrichtung betroffen. Damit ist die Kopflaus Spitzenreiter bei den parasitären Infektionen im Kindesalter und nach der Rotznase die häufigste Infektionskrankheit. Von Januar bis Juli/August treten Neuerkrankungen konstant auf, allerdings in verhältnismäßig geringer Zahl. Mit dem Beginn der Sommerferien, also jetzt, nehmen die Neuerkrankungen zu und erreichen laut Statistik um die 37. Kalenderwoche das Maximum. Übertragen werden die Biester durch direkten Körperkontakt oder unmittelbaren Austausch von z. B. Mützen oder Bürsten. Erst einmal eingenistet saugen sie alle zwei bis drei Stunden Blut, um zu überleben.

Angriff ist die beste Verteidigung

Es gibt drei Möglichkeiten, die Biester zu vertreiben. Zwei davon sind zu empfehlen:

1. die Entfernung von Kopfläusen mit Hilfe eines Läusekamms
2. die lokale Anwendung eines Shampoos gegen Läuse und Nissen (Brutkammern, die sich am Haar befinden)

Von Produkten, die auf das Nervensystem der Läuse toxisch wirken (also ein chemisches Wirkprinzip haben) raten wir ab. Es ist nicht nachgewiesen, dass das Nervensystem der Kinder dadurch nicht ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. Rezepturen auf der Basis von Silikon verschließen die Atmungsöffnungen der Läuse und lassen sie ersticken. Laut Öko-Test (Ratgeber Kleinkinder 2010) sind vier Mittel empfehlenswert: Etopril, Jacutin Pedicul fluid, K. Laus Anti-Läusemittel und Nyda. Meist basieren die Shampoos auf wirksamen Inhaltsstoffen aus der Natur. Das Shampoo Licener basiert auf dem Extrakt des Neembaumsamens. Die im Neem-Extrakt enthaltenen wirksamen Bestandteile, die Polyphenole, dringen zusammen mit milden, waschaktiven Substanzen in die Atemöffnungen der Läuse ein und blockieren den Sauerstofftransport effektiv, sodass die Läuse innerhalb weniger Minuten ersticken. Läuseeier trocknen aus und sterben ab, da das Mittel auch die schützende Hülle der Eier überwindet – ganz ohne den Einsatz von chemischen Insektiziden. Das, was von den Viechern übrig geblieben ist, kann mit Hilfe eines Läusekamms entfernt werden.

Der Doppelschlag

Um wirklich sicher zu gehen, empfehlen Experten die zweifache Behandlung mit den entsprechenden Mitteln. Hier hilft das Vier-Augen-Prinzip nicht, denn die Viecher sind meisten nur unter der Lupe zu erkennen. Die Suche kann damit Stunden dauern und das Risiko, eine Laus zu übersehen kann nicht ausgeschlossen werden.

Herrschaftswissen über Läuse

Die Mythen (Achtung Väter: Herrschaftswissen!)

1. Kopfläuse leben, wie der Name schon sagt, auf den Köpfen der Kinder. Es muss also NUR der Kopf behandelt werden. Von einem Bad des Kindes in den Arzneimitteln ist abzuraten!

2. Bettwäsche, Kleidungsstücke oder sonstige Textilien müssen NICHT täglich gewechselt oder gewaschen werden. Läuse können nur auf dem Kopf des Menschen überleben.

3. Spezielle Waschmittel oder Desinfektionsmittel für Kleidung oder Möbel sind nicht notwendig. Verwendete Kämme und Bürsten sollten allerdings mindestens mit 60 Grad heißem Wasser ausgespült werden. Oder sie wandern zur Sicherheit in die Tonne.

4. Puppen oder Kuscheltiere sind für Läuse kein Ersatz und bedeuten den Tod durch Verhungern. Sie müssen also NICHT für mehrere Tage in Plastiktüten verpackt oder eingefroren werden.

5. Haustiere können Kopfläuse nicht übertragen. Auch sie müssen NICHT mitgewaschen werden.

Shampoo gegen Läuse
Läusekämme und Läuse-Shampoos gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke. Das Licener-Shampoo gegen Kopfläuse von Henning Arzneimittel ist zum Beispiel für 18,95 Euro in der Apotheke erhältlich.

Fotocredit: „Male human head louse“ von Gilles San Martin – originally posted to Flickr as Male human head louse. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 über Wikimedia Commons

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