Über den Burgers Zoo bei unseren holländischen Nachbarn hatte ich bereits viel Gutes gehört. Kürzlich bekam ich das Angebot, zusammen mit meinem Sohn einen Tag hinter die Kulissen des 45 ha großen Tierparks zu schauen. Da ich selbst vor rund 15 Jahren als Schüler ein Praktikum als Tierpfleger im Allwetterzoo Münster absolviert habe, wusste ich genau, wie spannend so etwas sein kann. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen und mein Sohn ahnte von dieser Überraschung nichts. Also, auf nach Holland!

Der königliche Burgers Zoo liegt rund 1,5 Autostunden von Münster entfernt – nahe der Stadt Arnheim. Wir waren um 10 Uhr mit Bas Lukkenaar verabredet, der uns den ganzen Tag begleiten sollte. Der Parkplatz liegt in einem Waldstück vor der Anlage und schon hier ließ sich die Größe des Zoos erahnen. Ein Nashorn, ein Gorilla und eine Giraffe aus Bronze empfängt die Besucher vor dem Eingang – quasi als ersten Foto-Spot.

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Während im Oktober rund 99 Prozent der Erlebnis-Destinationen Halloween feiern, war es im Burgers Zoo der „Dia de los Muertes“, der mexikanische Ableger als Fest der Verstorbenen. Die typischen, aufwendig verzierten Masken und Skelette säumten den ganzen Park, der grob in sechs „Ökosysteme“ einzuteilen ist: Safari (Vertreter der Big Five), Desert (Klapperschlange & Co.), Busch (50 Tierarten der tropischen Wälder), Rimba (Affen, Schlangen, Bären), Park (Elefanten, Panther, Pinguine) und Ocean (Meerestiere der Indo-Pazifik-Region). Das Fest der Toten diente hier nicht nur als Dekoration. Mit verschiedenen Infopoints und einem Rätselspiel als Schnitzeljagd wurden die Kinder spielerisch angeregt, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen.

Der U5-Tierpfleger bei der Raubtierfütterung

Wir machten uns mit Bas auf den Weg zu den Raubkatzen, unserer ersten Backstage-Station. Der Cheftierpfleger Jan Veldhuis wartete bereits auf den kleinen Gast samt Eltern-Gefolge und führte uns hinter die Kulissen. Der Burgers Zoo ist einer der führenden Tierparks in Europa, die erfolgreich bei der Zucht und Erhaltung seltener Tierarten mitwirken. Wir waren erstaunt, wie groß der für den Besucher nicht sichtbare Bereich allein bei den Raubkatzen ist. Die Tiere wechseln zwischen Schaugehege und Ruhebereich abseits der Zuschauer, oft können sie frei wählen, berichtet uns Jan. Die Tiere werden im Burgers Zoo auch nicht zu festen Zeiten gefüttert, „damit sie sich eben nicht an feste Zeiten gewöhnen“, so Jan. Die Tagesrationen an Fleisch und Knochen stehen den Tierpflegern zur freien Verfütterung. Und eben so ein fetter Knochen stand dann auch für den Tagestierpfleger Henri bereit. Und mit diesem ging es dann ins raubkatzenfreie Gehege. Schon komisch, wenn Du auf einmal auf der anderen Seite der Scheibe stehst während Dich die Besucher fragend anschauen. Henri drapierte die nicht vegetarische Zwischenmahlzeit auf einem Felsen neben dem bemitleidenswerten Kratzbaum der mächtigen Katzen.

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Hoffentlich hat der Kollege auch keine Klappe aufgelassen, dachte ich noch. Doch das System ist narrensicher. Es gibt nur einen Schlüssel für das Tierhaus und diesen hat der Tierpfleger, der füttert. Es darf sich keine andere Person im Tierhaus aufhalten und kommt so auch nicht rein. Während wir die Seiten der Scheibe wechselten, wurden die Katzen wieder ins Gehege gelassen und wir konnten beobachten, wie der Leopard sich über den kleinen Snack hermachte.

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Eine nette Anekdote gab der Chef-Tierpfleger uns noch auf den Weg: Er würde sich im Gehege zusammen mit den unweit größeren und schwereren Löwen sicher fühlen, niemals aber auch nur mit einem Leopard, Gepard oder Panther, da diese direkt auf Tötungsmodus umschalten. „Und zwar so hinterlistig wie irgend möglich“, so Jan. Das Knurren und Fauchen der alten Leopard-Dame 30 Zentimeter hinter mir im Tierhaus bestätigte diese Aussage ungemein. Also lieber weiter zu den Malaienbären – die sollen eine besonders lange Zunge haben. Gerade wenn es Honig gibt…

Es gibt Honig, Baby. Schlickeralarm bei den Malaienbären

Auch hier mussten wir drei Meister erst einmal über verschiedene Klappen in einen Raum bekommen, bevor unser kleiner Tierpfleger mit einem Honigtopf bestückt die Bekanntschaft des rund 30 Zentimeter langen Lappen der Malaienbären machen konnte. Das Gitter bewahrte uns vor den blitzschnellen Bewegungen der kleinen Bären. Wenn es um Honig geht, dann können die eher relaxten Vertreter ganz schön schnell werden. Ich selbst habe im Münsteraner Zoo vor etlichen Jahren die Geburt eines Malaienbären live miterlebt. Ein für mich immer noch nachhaltiges Erlebnis.

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Die Nachspeise vor der Hauptspeise. Anschließend wurden im Gehege noch ein Eimer voll Tomaten verteilt. Im Tomatenweitwurf. Und wir konnten dann schauen, ob die Bären auch alle Verstecke gefunden haben. Auch hier war die Neugier der Tiere groß und sie wollten unbedingt diesen kleinen blonden Tierpfleger beschnuppern.

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Nach den ganzen Fütterungen und Informationen rund um Bären und Raubkatzen ging es dann erst einmal in die Mittagspause. Ab ins Bush-Restaurant zur Futterstation der Besucher. Wer jetzt lediglich Fleischkroketten, Frikandel, Bamischeiben und Pommes erwartet, der ist wie ich auf dem Holzweg. Die Nachbarn können echtes Brot backen und die Stullen auch amtlich belegen. Wir haben uns an der Wok-Station drei feiste Schüsseln zubereiten lassen. Für den Sohnemann ohne zu viel Grünzeug, für die Mutter mit sehr viel Gemüse und für Vaddi schön scharf. Als Nachtisch durfte ein Becher Ben&Jerry´s natürlich nicht fehlen. In der überdachten Regenwald-Anlage speist man dann zwischen stolzen freilaufenden Gefieder-Freunden und einer unglaublich abwechslungsreichen Fauna. Dieses und auch die anderen Restaurants, die sich über den Tierpark verteilen, sind alles andere als nach Friteuse riechende Grillstationen.

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Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Speisen, Loungemöbel oder Kindertische mit Mal- und Bastelutensilien und sich in unmittelbarer Nähe befindliche Indoor-Spielanlagen mit Hängebrücken, Kletterparcours und Abenteuerrutschen auf weichem Spielboden. Während die Eltern genüsslich den Cappuccino schlürfen, sind die Kids auf Tarzans Spuren unterwegs. Allein die Spielmöglichkeiten Indoor wie Outdoor habe ich bisher in keiner anderen Destination so gesehen.

Meine neuen Lieblingstiere: Erdferkel!

Kommen wir nun zu den vielleicht skurrilsten Tieren, die die Evolution (oder der liebe Gott, ich will hier ja keinem zu nahe treten) je hervor gebracht hat. Eine Mischung aus Känguru, Nasenbär, Kaninchen und Faultier – dazu fast nackte Haut.

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Willkommen bei den Erdferkeln. Der für den Bereich Busch zuständige Tierpfleger Christiaan Luttenberg nimmt uns mit ins Gehege. Damit sich die drei Vertreter dieser ulkigen Spezies von ihrer Fußbodenheizung bequemen, war natürlich auch wieder Futter im Spiel. Eine vitaminreiche Komposition aus Gemüse, Hundefutter und Mehlwürmern wurde kredenzt. Die langen Rüssel beschnupperten den unangekündigten Besuch und die Mäuler erfreuten sich der leckeren Zwischenmahlzeit. Aber auch nur so lange der Vorrat reichte, denn die Fußbodenheizung und der dazugehörige Schlaf zum Suppenkoma war zu verlockend. Ich war der Meinung, dass das Männchen sogar bei der Nahrungsaufnahme noch schlief. Ruhige Vertreter, die den Faultieren durchaus hätten Konkurrenz machen können.

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Von den Tropen über den Stollen in die Wüste

Die einzelnen Themenbereiche des Burgers Zoos sind bis auf wenige Außengehege durch zum Teil unterirdische Gänge trockenen Fußes zu erreichen. In der Unterwelt befinden sich kleine Terrarien mit Echsen, Spinnen und Klapperschlangen. Die Besucher laufen durch stollenartige Gänge und hier und da gibt es für die Kids Geheimgänge, die über kleine Brücken in versteckte Räume führen. Habe ich natürlich auch ausprobiert – sehr zu Belustigung der kleinen Entdecker. Und überall leuchteten durch Schwarzlicht die Totenmasken des „Dia de los Muertes“. Gruselig.

Millionen Liter Wasser, Haie, Rochen, Muränen und anderes Meeresgetier

Kommen wir zur Unterwasserwelt, dem echten Highlight des Tierparks. Mehrere Becken mit Klippfischen, Rochen, Haien und Barschen gibt es in Augenschein zu nehmen. Das größte davon mit über 3 Millionen Litern Fassungsvermögen. Hammerhai, Riffhai und Rochen teilen sich das Bassin mit großen Barschen und anderem Getier. Auch hier durften wir einen Blick hinter die Kulissen werfen.

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Die heiligen Hallen beeindrucken durch die großen Filteranlagen und der Vielzahl auf Aufzuchtbecken, in denen kleine Meerestiere aufgezogen werden. Über der Wasseroberfläche des großen Haibeckens gibt es – für den Besucher unsichtbar – ein Wegesystem rund um das Becken. Du läufst also auf einem Gitter über das Becken und unter Dir ziehen die Kiemenfische ihre Bahnen. Die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, besonders wenn sie ihre Rückenflosse über der Wasseroberfläche zeigen, ist spektakulär. Ein Babyrochen, der kurz vor seiner Verlegung in Hagenbecks Tierpark nach Hamburg stand, sollte gefüttert werden.

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Da kam Henri – mittlerweile U5-Cheftierpfleger – gerade richtig. Mit einer Zange wurden kleine Tintenfische über einen eigens für Rochen angefertigten Futtersteg kredenzt. So wird sichergestellt, dass kein anderes Lebewesen den Rochen das Futter wegschnappt. Beeindruckende Tiere. Die Unterwasserwelt hier im Zoo bietet eine wirklich große Vielzahl an Tieren, die der Besucher manchmal erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennt. Muränen, Clownsfische, Seepferdchen, Krabben, Korallen und Krebse. Und immer mal wieder sind interessante Fakten zum gefährdeten Lebensraum anschaulich auf illuminierten Infotafeln zu finden.

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Den Burgers Zoo schafft man kaum an einem Tag

Nach unserer Reise unter die Wasseroberfläche standen uns „leider“ nur noch zwei Stunden zur Verfügung, den königlichen Park (das Attribut können sich Orte auf die Fahne schreiben, die sich länger als hundert Jahre auf holländischen Territorium befinden) auf eigene Faust zu erkunden. Das Löwengehege liegt zum Beispiel eingebettet in einem Waldstück und unterstreicht durch die Größe den Gesamteindruck der weitläufigen Anlagen. Allein für den Bereich der Giraffen, Gnus und Zebras ist es sinnvoll, ein Fernglas mitzunehmen.

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Neues Highlight ab 2017 – die Mangroven

Im Sommer 2017 eröffnet der Burgers Zoo den größten überdachten Mangrovenbereich der Welt. Auf 3.000 Quadratmetern können die Besucher dann Seekühe, Vögel, Fische, Krabben, Reptilien und über 1.000 Schmetterlinge entdecken. Inspiriert wurde der Bau der Burgers Mangrove von dem über 200 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet, das der Zoo in Belize seit über 26 Jahren schützt. Für uns ein Grund, den Tierpark bereits im Sommer wieder zu besuchen.

Fazit

Der Burgers Zoo übertraf meine Erwartungen hinsichtlich Größe, Architektur, Themenvielfalt und Ansprüche an artgerechter Haltung. Mir ist klar, dass gerade letzteres nur bedingt möglich ist. Aber gerade durch den intensiven Austausch mit den Tierpflegern wurde mir die Rolle der Zoos im Hinblick auf die Erhaltung von vom Aussterben bedrohter Tierarten bewusst. Der Burgers Zoo kann bei vielen Arten, von denen es zum Beispiel nur noch weniger als 60 Exemplare in freier Wildbahn gibt, sehr gute und nachhaltige Erfolge nachweisen. An einem Tag ist der ganze Park kaum zu schaffen. Interessierte Zoobesucher, die sich aufmerksam mit Flora und Fauna befassen wollen, sollten definitiv zwei Tage veranschlagen. Für Kinder ist der Park ein echtes Highlight. Neben den Tieren gibt es sowohl drinnen als auch draußen echt fette Kletteranlagen und Spielplätze. 21 Euro kostet der Eintritt für Erwachsene, 19 Euro der für Kinder im Alter von 4 bis 9 Jahren. Wer online über die Webseite www.burgerszoo.de bucht, bekommt die Tickets jeweils 1,50 Euro günstiger. Ein absolut angemessener Preis. Wünschenswert wäre aufgrund der Größe des Parks ein Kombi-Angebot für zwei Tage. Das würde sicherlich vielen Besuchern entgegenkommen. Der Burgers Zoo ist absolut empfehlenswert und im Kombination mit dem schönen Städtchen Arnheim ein echter Ausflugstipp. Übernachtungsmöglichkeit bietet das Best Western Hotel Haarhuis direkt am Hauptbahnhof gelegen. Dort gibt es sogar ein Burgers Zoo Themenzimmer mit Fototapete und Safari-Lodge-Deko.

Wer sich weiter informieren möchte, der checkt die Bewertungen des Burgers Zoo auf Facebook oder luschert mal bei Instagram rein.

Weitere Bilder gibt es bei uns auf der Facebook-Seite.

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(Wir sind in der Funktion als Redakteure in den Tierpark Burgers Zoo eingeladen worden. Dieser Beitrag wurde nicht wie bei einem Advertorial mit einem Honorar finanziert. Die Einladung hatte keine Auswirkungen auf den Inhalt dieses Berichtes. Nichts liegt uns ferner, als Euch irgendwo hinzuschicken, wo es nicht echt DADDYlicious ist!)

Bildrechte: DADDYlicious GbR/Mark Bourichter, Burgers Zoo/Instagram

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