Der Kitausbau geht voran: Am 1. März 2014 wurden 661.965 Kinder unter drei Jahren betreut, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekannt gegeben hat. Um rund 64.000 stieg damit die Zahl betreuter Kinder seit dem 1. März 2013. Von 2012 bis 2013 in waren es nur rund 38.000 Kinder. Die Länder haben den Ausbau vorangetrieben – die Nachfrage ist aber noch nicht gedeckt.

Derzeit gibt es eine bundesweite Betreuungsquote von 32,5 Prozent. 2013 wünschten sich im Bundesschnitt 41,7 Prozent der Eltern eine Betreuung für ihr Kind unter drei Jahren. Dieser Bedarf unterscheidet sich regional und lokal erheblich, sogar zwischen einzelnen Stadteilen bis zu 27 Prozent. Immer mehr Eltern wünschen sich einen Ganztagsplatz oder wenigstens einen erweiterten Halbtagsplatz mit Mittagsbetreuung für ihr Kind.

„Die Zahlen zeigen, dass wir hier auf einem guten Weg sind. Aber sie zeigen auch: Wir sind noch nicht am Ziel angekommen. Klar ist, wir brauchen mehr Kitaplätze – und wir brauchen gute Kitaplätze“, sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Wir werden in dieser Legislatur eine Milliarde für den Kita-Ausbau zur Verfügung stellen. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Ganztagesbetreuung und die gesunde Verpflegung. Weitere 400 Millionen Euro werden für die Sprachförderung eingesetzt. Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder“, so Manuela Schweig weiter.

Die Bundesregierung will noch im Sommer die gesetzlichen Grundlagen für den weiteren Ausbau schaffen, so dass auch nach Ausschöpfung der bisherigen vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel ab 2015 weitere Plätze geschaffen werden können.

Der indikatorengestützte Bericht „Bildung in Deutschland 2014“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) liefert zum fünften Mal eine aktuelle Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens und analysiert alle Bildungsbereiche des biografischen Lebenslaufes. Die DJI-Analysen der frühkindlichen Bildung zeigen eine weiterhin steigende Bildungsbeteiligung von unter 3-Jährigen in Angeboten der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege auf zuletzt 24% in West- und 50% in Ostdeutschland.

Während im Kindergartenalter der Besuch von Tageseinrichtungen seit Jahren fester Bestandteil der Bildungsbiografie ist, ist bei den unter 3-Jährigen vor allem ein Anstieg der Bildungsbeteiligung von Kindern im Alter von ein und zwei Jahren zu beobachten. Der Großteil der unter 1-Jährigen wird dagegen in der Familie betreut; die Elterngeldstatistik macht deutlich, dass die Betreuung im ersten Lebensjahr weiterhin überwiegend in der Verantwortung der Mütter liegt.

Längere Betreuungszeiten bei Kindergartenkindern und unter 3-Jährigen

Bei der zeitlichen Ausgestaltung der Bildungsteilnahme in institutioneller Bildung und Betreuung zeigen sich zunehmende Betreuungszeiten bei den Kindern im Kindergartenalter, aber auch bei den unter 3-jährigen Kindern. Der Anteil ganztägig betreuter unter 3-Jähriger hat sich seit 2006 in Westdeutschland von 33% auf 43% erhöht, während er in Ostdeutschland von 62% auf 75% angestiegen ist. Dies weist einmal mehr darauf hin, dass sich mit dem Ausbau der U3-Angebote die Anteile der zuhause und in Institutionen verbrachten Zeit im Zeitraum bis zur Einschulung weiter verschieben.

U3-Betreuung weitgehend in altershomogenen Gruppen

Während der Ausbau vor allem durch die Erweiterung von vorhandenen Einrichtungen bewältigt wurde, die von Kindern aller Altersgruppen bis zum Schuleintritt besucht werden, werden unter 3-Jährige überwiegend in tendenziell altershomogenen Gruppen mit ausschließlich unter 3-Jährigen bzw. unter 4-Jährigen betreut. Damit befinden sie sich zunehmend in Gruppen, die für sie konzipiert wurden.

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