Längere Zeit gab es bei uns kein Interview mehr. Dafür haben wir jetzt wieder mal einen echt lässigen Papa für Euch vor das Mikrofon bekommen. Philipp ist Schauspieler und stand schon in vielen bekannten Filmen und Serien vor der Kamera. Drüber hinaus ist er Vater eines Sohnes und mit einer Amerikanerin verheiratet. Uns sind dazu recht viele Fragen eingefallen.

Hier sind die zehn elf Antworten von PHLIPP CHRISTOPHER:

1. Viele kennen Dich, aber vielleicht nicht alle. Bitte stelle Dich kurz vor.
Ich bin Schauspieler und habe in mehreren Amerikanischen und Deutschen Film- und Fernseh-Produktionen mitgewirkt. Die meisten werden mich wahrscheinlich von meiner Zeit bei GZSZ kennen, wo ich bis Dezember letzten Jahres als „David Brenner“ Unheil getrieben habe. In New York habe ich damals Schauspiel und Regie studiert, meine zweite Leidenschaft zu der ich auch immer wieder zurückkehre.

2. Im November 2015 bist Du Papa eines Sohnes geworden. Was hat das mit Dir gemacht?
Uiuiui. Die Geburt meines Sohnes hat mein Leben auf den Kopf gestellt, und das meine ich nur im positiven Sinne. Ich werde jetzt bei jedem Film in dem Kinder auf irgendeine Weise leiden sehr emotional und bin auch so viel sentimentaler geworden. Es ist eine ganz andere Art Liebe die ich vorher so noch nie erlebt hatte: uneingeschränkt und bedingungslos. Erst als Vater kann man es wirklich begreifen und es ist ein wahnsinnig tolles Geschenk des Lebens, das wir diese Gefühle erfahren dürfen. Dazu kommt natürlich eine große Menge Verantwortung die auf einem lastet. Nicht nur gegenüber der Familie, sondern auch der Welt. Das mag sich ein wenig pathetisch anhören aber Kinder sind nun mal die Zukunft und diese gestalten wir durch unsere Erziehung mit. Am Ende fliegen diese Gedanken natürlich alle aus dem Fenster denn Erziehung erfolgt meist nach Gefühl und nicht nach irgendeiner Ideologie. Spätestens dann wenn der Zwerg sich auf dem Boden wälzt und ausrastet, weil er keinen Keks mehr bekommt.

3. Deine Frau ist Amerikanerin. Gibt es Unterschiede im Umgang mit Eurem Sohn, der mit Eurer Herkunft zu tun hat?
Gute Frage! Ich habe fast 16 Jahre in New York gelebt und habe wahrscheinlich selber viel „Amerikanisches“ in mir. Die Unterschiede sind also nicht all zu groß aber meine Frau würde diese Frage vielleicht anders beantworten. Uns Deutschen wird oft vorgeworfen eher kopflastig zu sein und mit weniger Gefühl an Dinge heranzugehen oder was wir fühlen auszusprechen. Das betrifft dann auch die Erziehung. „I love you“ und viele andere ermutigende Sätze sind daher wichtig für sie während ich mich ein wenig bedeckter halte. Da bin ich dann doch noch eher „Deutsch“. Das bedeutet nicht, dass ich meine Gefühle nicht zeige, ich mache es nur selten mit Worten. In vielerlei Hinsicht ziehen ich und meine Frau aber am selben Strang.

4. Du wohnst mit der Familie aktuell in Berlin. Wie kinderfreundlich ist das dicke B.? Wollt Ihr da langfristig bleiben?
Für uns, die wir aus New York kommen, war Berlin ein Paradies. Ich bin zwar gebürtiger Berliner aber hatte mein ganzes Erwachsenen-Leben in New York verbracht. Von der Schwangerschaft an fühlten wir uns hier total aufgehoben, was natürlich auch an der Unterstützung meiner Familie lag, die ganz in unserer Nähe wohnen. Meine Frau hat oft ihren Freundinnen in den USA über die Konditionen und Betreuung in Berlin berichtet und einige konnten es nicht glauben. Im Vergleich zu den USA können wir uns hierzulande wirklich glücklich schätzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass alles immer reibungslos verläuft. Wir bleiben meiner alten neuen Heimat jedoch vorerst treu.

5. Sprecht Ihr mit Eurem Sohn in zwei Sprachen? Gibt es dafür einen Fahrplan oder gibt es nichts zu beachten?
Uns wurde von mehreren Seiten gesagt, dass wir es trennen sollen, d.h. ich spreche Deutsch mit ihm und meine Frau Englisch. Ab und zu vergisst man es dann doch und es wird ein bisschen gemixt aber so sieht zumindest der Fahrplan aus. Wir dachten sogar daran ihn auf eine Spanische Kita zu bringen um noch eine dritte Sprache mit in die Runde zu schmeißen aber die Idee wurde dann wieder verworfen.

6. Welchen Song singst Du zum Einschlafen vor?
Wir haben ein paar eigene Songs komponiert, aber generell ist einschlafen bei ihm kein Problem mehr. Meist spreche ich noch mit ihm und sporne ihn an, dass er doch endlich mal lernen soll Geschirr zu waschen oder aufs Klo zu gehen (…lacht).

7. Dein Beruf bietet Dir viel Flexibilität. Hast Du es dadurch besser als andere Väter?
Ich kann das natürlich nicht wirklich beurteilen, weil ich den genauen Ablauf vieler Leute nicht kenne aber ja, ich denke man hat durch meinen Beruf einige Vorteile. Als ich fest bei der Daily war hatte ich natürlich etwas weniger Zeit und doch habe ich nichts verpasst. Das war mir am Anfang sehr wichtig denn Kinder wachsen einfach so dermaßen schnell…bevor man sich umsieht sind sie plötzlich schon am Laufen.

8. Teilt Ihr Euch die Zeit mit dem Kleinen 50/50 und wechselst Du auch jede zweite Windel?
Ja und Ja. Ich glaube das es bei uns wirklich 50/50 ist wobei dies schwankt wenn der eine oder andere an einem neuen Projekt arbeitet und voll ausgelastet ist. Meinen Eltern gebührt jedoch auch ein Teil des Prozentsatzes.

9. Du hast durch den Job schon viel erlebt. Wie unterscheidet sich ein Dreh mit Mila Kunis und Clive Owen von einer Folge GZSZ?
Mila Kunis habe ich leider am Set nie angetroffen da wir keine Szenen zusammen hatten. Wenn man jedoch Clive Owen, Marion Cotillard oder Billy Crudup trifft, erkennt man schnell dass sie ganz normale Menschen sind und man kommt schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Alle meine Szenen in „Blood Ties“ wurden im Studio gedreht, genauso wie bei GZSZ. Es gibt andere technische Voraussetzungen aber im Grunde genommen sind die Unterschiede nicht so groß wie man denkt. Ich war bei beiden genauso aufgeregt obwohl sich meine Aufregung bei GZSZ mit der Zeit natürlich gelegt hat. Aber von der Professionalität, dem Engagement und dem Druck nehmen sich beide nicht viel. Auch das Schauspielen hat für mich nie einen Unterschied gemacht denn ganz egal welches Format oder Kaliber, die Herausforderung bleibt dieselbe: die Rolle zu leben und zu verkörpern.

10. An welchen Projekt sitzt Du aktuell und wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Aktuell arbeiten wir mit unserer Produktionsfirma FilmGym an einem Spielfilm und einer TV Serie. Das sind beides Leidenschafts-Projekte die ich gerne co-produzieren möchte und auch als Schauspieler mitwirken werde. Nebenbei gibt es viele Castings was lustiger weise die größte Herausforderung ist wenn man ein Kind hat. Ich habe es oft versucht, aber ein e-casting zu machen wenn das Kind zu Hause ist, ist so gut wie unmöglich. Der Kleine muss dann doch schnell zu den Großeltern gebracht werden um nicht seltsame Geräusche oder einen umher rennenden Kinderkopf auf dem Band zu haben.

11. Du bist ja ein bekanntes Gesicht. Hast Du das Gefühl, Dein Kind vor der Öffentlichkeit schützen zu müssen oder zeigst Du auch Kinderfotos?
Privatsphäre ist mir wichtig. Wir sind sogar auf unseren privaten Kanälen eher zurückhaltend und bis jetzt habe ich nur sein verstecktes Gesicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Generell will ich das eigentlich lieber ihm selber überlassen…wenn er sich dann dazu äußern kann.

12. Was ist Euer Familienauto und sind noch weitere Kindersitze in Planung?
Wir haben einen SUV aber ich will bald auf Elektro umsteigen. Nur gibt es noch nicht viel Auswahl bei größeren Fahrzeugen. Ein weiterer Kindersitz ist nicht in Planung, wird aber auch nicht ausgeschlossen. Wir lassen uns überraschen.

Wir danken Dir für die vielen spannenden Einblicke und wünschen Dir alles Gute für Deine Familie und die nächsten Projekte!

Fotos: von oben © Markus Nass / © Ines Meier / @ P.W. / © Danny Heinrich

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