Eine Schnitzeljagd im Ferienlager oder in der Jugendfreizeit haben die meisten Daddys in der eigenen Kindheit sicherlich schon mal gemacht. Damals wurden noch Hinweise auf Zetteln entlang einer Route gelegt oder mit Kreide Pfeile auf den Weg gemalt, die eine Gruppe von Suchern mehr oder weniger zielstrebig zu einem versteckten Schatz, meist ein Glas oder ein Kistchen mit Süßigkeiten, geführt hat. Doch die Schnitzeljagd 1.0 hat mittlerweile ausgedient. Wer über eine Aktivität für die ganze Familie nachdenkt, die Bewegung an der frischen Luft, Natur und Spaß verbindet, greift heute zum GPS und geht zum Geocaching.

Etwa 12 Jahre ist Geocaching nun alt und hat in dieser Zeit einen beispiellosen Boom erlebt. Ca. 6 Mio. Geocacher weltweit haben zwischenzeitlich 2,5 Mio. Geocaches versteckt, die sich mit GPS-Unterstützung finden lassen. Aber wie funktioniert das genau? Wie kann man da mitmachen? Ist das überhaupt etwas mit Kindern?

Von GPS-Signalen, Koordinaten und Frischhaltedosen

Typischer Geocaching-Behälter
Beim Geocaching geht es darum, einen Behälter zu finden, den andere Cacher zuvor versteckt haben. Diese Behälter können sehr unterschiedlich sein und enthalten jeweils mindestens ein Logbuch, in das sich der Finder eintragen kann. Meist befinden sich auch noch allerhand Gegenstände darin, von denen man laut Spielregel einen entnehmen darf, wenn dafür auch wieder etwas von mindestens gleichem Wert hineingelegt wird. Wichtig ist, dass der Behälter den Inhalt vor Feuchtigkeit und Regen schützt, warum hier häufig Frischhaltedosen zum Einsatz kommen.

Jemand der einen Geocache verstecken möchte, sucht sich also eine geeignete Stelle hierfür aus und misst an dieser Stelle mit einem GPS-Gerät oder einem GPS-fähigen Smartphone die Koordinaten dieses Punktes aus. Der Cache-Behälter wird ausgelegt und getarnt und die Koordinaten im Anschluss mit einer kleinen Beschreibung und/oder Geschichte ins Internet gestellt. Hierfür haben sich in Deutschland zwei verschiedene Plattformen als maßgeblich herauskristallisiert: diese sind opencaching.de – eine unkommerzielle freie Webseite und die Seite geocaching.com – heute weltweit die führende Geocaching-Plattform, die von der Firma Groundspeak in Seattle, USA betrieben wird.

Ist der Geocache erst einmal auf einer dieser Plattformen veröffentlicht, können andere User dies sehen und sich anhand einer Weltkarte auch auswählen und die Koordinaten und die Beschreibung des Caches abrufen. Mit einem GPS-Gerät oder einem GPS-fähigen Handy mit entsprechender App bewaffnet kann nun unter Zuhilfenahme der angegebenen Koordinaten der Punkt aufgesucht werden, an dem der Behälter versteckt ist. Nach erfolgreicher Suche trägt man sich in das Logbuch ein und versteckt das Ganze wieder genau wie vorgefunden, damit auch andere Cacher noch Suchen können. Ein Geocache wird also nicht wie bei der herkömmlichen Schnitzeljagd mitgenommen, sondern verbleibt immer an Ort und Stelle.

Variantenreichtum: für Extremkletterer, Knobler und Familien

Vater mit Kindern beim Geocaching
Ein Leitspruch der meisten Geocacher ist „Der Weg ist das Ziel“. Gemeint ist damit, dass nicht der Cache-Behälter selbst sondern der Weg dorthin den eigentlichen Spaß an diesem Hobby ausmacht. Und der kann äußerst unterschiedlich und vielfältig sein. Geocaches, die nur mit einer Kletterausrüstung zu erreichen sind und in 30 Metern Höhe an Bäumen oder Felsen hängen, Varianten, bei denen mehrere Stationen angelaufen werden oder Rätsel geknackt werden müssen, existieren genauso wie Caches, die nur bei Nacht gesucht werden können oder speziell für Kinder ausgelegt wurden. So lassen sich bei den „Familiencaches“ beispielsweise Nacherzählungen von bekannten Märchen finden, die vom Cache-Ausleger in die Tour eingebaut wurden oder Knobeleien, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, wie beispielsweise den Bau einer Legoburg, die nur im korrekt zusammengebauten Zustand die nächste Koordinate freigibt.
Cachebehälter eines Familiencaches mit dem Thema Schlümpfe
Der Fantasie und Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, warum jeder Geocache aufs Neue immer wieder eine Überraschung ist. Die meisten Kids haben indes Spaß darin, eine echte Schatzsuche mit Papa oder der ganzen Familie zu begehen. Für wen welcher Cache geeignet ist und wie schwierig Aufgabe und Gelände zum Erreichen des Ziels sind kann der Beschreibung und Einstufung auf den genannten Plattformen entnommen werden, so dass jeder den für ihn passenden Geocache in Angriff nehmen kann.

Gut ausgerüstet

Grundsätzlich braucht man nicht viel, um Geocaching einmal auszuprobieren. Wer ein GPS-Gerät hat, der hat auch schon alles was man braucht. Wer das Spiel mit dem Smartphone ausprobieren möchte, der findet hierzu entsprechende Apps, die auf den windowsbasierten Handys kostenlos und auf dem iPhone für unter 10€ zu haben ist. Die Nutzung der Plattformen ist in der Basis-Variante ebenfalls kostenlos, so dass Geocaching auch ein überaus günstiges Hobby ist. Wer sich dennoch etwas aufrüsten möchte, findet in Geocaching Shops wie Cacher’s World beispielsweise Ausrüstung, Behälter zum Verstecken von Caches und alles was man für dieses Hobby braucht. Wer zum Beispiel einen Nachtcache machen möchte, der wird ohne Taschenlampe kaum auskommen.

Runter vom Sofa und rein in die Natur!

Bei der modernen Variante der Schnitzeljagd, dem Geocaching, handelt es sich also um ein Suchspiel, das mit wenig Aufwand jeder mal probieren kann. Bewegung mit den Kids in der freien Natur dürfte den meisten Eltern dabei auch besser schmecken, als stundenlanges Zocken vor der Videokonsole. Also: runter vom Sofa, Kinder einpacken und raus in die Natur!

Fotos von oben: © creatix0470 – Fotolia.com / © hello4image – Fotolia.com / 2x © Tobias Lorenz

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